Unsere Heilige

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Heilige Theresia vom Kinde Jesus und vom Heiligen Antlitz - wer ist diese große Heilige aus der Normandie?

Die kleine Theresia kam am 2. Januar 1873 als jüngstes Kind der Familie Martin in Alençon/Normandie zur Welt. Frau Martin hat insgesamt 9 Kindern das Leben geschenkt, von denen 4 in der Kindheit bzw. im Säuglingsalter verstarben. So blieben Theresia nur noch 4 ältere Schwestern:
Marie (1860 – 1940: Karmelitin),
Pauline (1861 – 1951: Karmelitin),
Léonie (1863 – 1941: Orden der Heimsuchung),
Céline (1869 – 1959: Karmelitin) und
Theresia (1873 – 1897: Karmelitin).

Theresia war ein quirliges, lebhaftes Kind, das mit sehr viel Liebe und auf christlichem Boden aufwuchs. Doch diese Unbeschwertheit wurde jäh zerstört, als sie im Alter von nur vier Jahren ihre Mutter durch Brustkrebs verlor. Es bleibt ein Vater mit fünf Töchtern zurück. Sein Schwager, Isidore Guérin, Apotheker in Lisieux, lädt ihn ein, zu seiner Familie in die kleine Stadt zu ziehen. Der Umzug findet am 15. November 1877 statt.
Theresia verbringt elf Jahre in „Les Buissonnets“, einem schönen, etwas abseits des Stadtzentrums gelegenen Haus mit ruhigem Garten. Ihre ältesten Schwestern kümmern sich um Theresias Erziehung.
Louis Martin ist ein liebevoller, zärtlicher Vater. Er geht oft mit seiner „kleinen Königin“, wie er Theresia nennt, spazieren, zum Angeln auf dem Land in der Umgebung. Finanziell steht sich die Familie Martin gut. Herr Martin ist Uhrmacher und besaß in Alençon ein eigenes Geschäft. Frau Martin beherrschte gekonnt das Klöppeln und verkaufte Alençon- Spitzen.
Durch den Schock des Abschieds von der Mutter hat Theresia sich verändert. Sie zieht sich in ihr Inneres zurück. Sie wird bei den Benediktinerinnen eingeschult und diese neuen Beziehungen bringen sie ganz durcheinander.


Es trifft sie mit 10 Jahren sehr hart, dass ihre Lieblingsschwester Pauline in den Karmel eintritt. Sie war für sie ihre zweite Mutter. Durch diesen erneuten seelischen Schock wird Theresia schwer krank. Die Familie betet zur Gottesmutter. Am 13. Mai 1883 lächelt die Statue der heiligen Jungfrau, die sich im Besitz der Familie befindet, Theresia zu. Sie ist geheilt.
Im Alter von 11 Jahren, am 8. Mai 1884, erhält
Theresia die lang ersehnte Erstkommunion, die für sie
ein Kuss der Liebe, ein Verschmelzen mit Jesus ist.
Die Firmung, für sie ein Sakrament der Liebe, empfängt sie am 14. Juni 1884.
Nachdem nun auch ihre Schwester Marie in den Karmel eingetreten ist, ist dies für Theresia zuviel. Sie wird schwach, empfindlich und weinerlich. In der Heiligen Nacht 1886 erfährt Theresia nun eine „Bekehrung“. Ein Wort ihres Vaters löst eine plötzliche innere Wandlung aus. Die Kraft des göttlichen Kindes füllt ihre Schwäche aus. Sie findet plötzlich wieder zu ihrem starken Charakter zurück. Nun kann sich ihr Wunsch erfüllen, so rasch wie möglich in den Karmel einzutreten, um Jesus zu lieben und für die Sünder zu beten. Sie kämpft darum, mit 15 Jahren in den Karmel eintreten zu können. Sie hat die Einwände ihres Vaters, der allerdings schnell zu überzeugen ist, ihres Onkels und des Bischofs von Bayeux, Mgr. Hugonin, zu überwinden und entscheidet sich, ihre Bitte an den Papst Leo XIII zu richten, da sie mit ihrem Vater und Céline zu einer Pilgerfahrt nach Rom angemeldet ist. Der Papst antwortet ausweichend. Theresia bleibt jetzt nur noch Jesus. Zurück in Lisieux erhält sie nach einer quälenden Wartezeit endlich die Erlaubnis von Mgr. Hugonin. Sie ist nun 15 Jahre und 3 Monate alt. Schwester Theresia vom Kinde Jesus, wie sie sich nennt, ist glücklich, aber das alltägliche Leben der Karmeliterinnen bringt verschiedene Leiden mit sich: das Aufeinander-
prallen durch das Leben in der Gemeinschaft, die Kälte, die neuen Essgewohnheiten, die Trockenheit im Gebet, die Krankheit ihres so sehr geliebten Vaters.


Am 10. Januar 1889 wird Theresia eingekleidet. Ein großer Friede überkommt sie am 8. September 1890, als sie endlich ihre Profess ablegt.
Schwester Theresia ist ständig auf der Suche nach der Heiligkeit. Sie erkennt, dass sie, indem sie klein bleibt und es immer mehr wird, in die Arme Jesu gelangt.
Theresia wird aufgetragen, ihre Kindheitserinnerungen niederzuschreiben. Sie gibt der Priorin eine Übersicht ihres Lebens unter dem Licht der Barmherzigen Liebe und teilt die Geheimnisse ihres kleinen Weges mit.
Während der Karwoche 1896 erleidet Theresia zwei Bluthustenanfälle. Weit davon entfernt, darüber zu erschrecken, sieht sie hier vielmehr einen Ruf Jesu und freut sich, bald zu ihm gelangen zu können.
Im Laufe des Sommers quälen sie beim Gebet seltsame „große Wünsche“: Sie möchte Priester, Prophet, Kirchenlehrer, Missionar, Märtyrer werden. Sie erkennt ihre eigentliche Berufung: „Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein. Auf diese Weise werde ich alles sein.“ Ihr Wunsch „Seelen zu retten“ verfolgt sie ständig.
Die Tuberkulose schreitet fort. Im April 1897 muss sie erschöpft das gemeinschaftliche Leben aufgeben. Am 8. Juli wird sie in die Krankenabteilung gebracht. Theresia lebt bis zum Ende im Vertrauen und der Liebe. Sie identifiziert sich mit dem leidenden Jesus und opfert alles für die Sünder auf. Sie hat den großen Wunsch, nach ihrem Tode Gutes zu tun, vom Himmel Rosen regnen zu lassen.
Theresia stirbt am 30. September 1897 mit den letzten Worten: „Mein Gott, ich liebe dich!“