Therese und der Erste Weltkrieg

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Da sich der Erste Weltkrieg in diesem Jahr (2014) zum 100. Mal jährt und Theresia von Lisieux keine unerhebliche Rolle gespielt hat - laut Aussagen von französischen Soldaten dieser Zeit -, hat die Leitung des heiligen Bezirks in Lisieux beschlossen, in der ehem. Kirche St. Jacques vom 1. Mai bis 11. November 2014 diesbezüglich eine Ausstellung mit dem Titel "Theresia von Lisieux und der Krieg 1914-18" ins Leben zu rufen.
Theresia von Lisieux hatte einen privilegierten Platz im Herzen der Soldaten der Gräben, sowohl auf französischer wie auf deutscher Seite. In dem schrecklichen Gemetzel ist die kleine Karmelitin, die mit 24 Jahren gestorben ist, zur Schwester, Vertrauten, zur Beschützerin für die französischen Frontsoldaten geworden.
Zwischen 1914 und 1918 wurde der Friedhof von Lisieux zu einer häufig besuchten Pilgerstätte und der Karmel brach unter der Last der Briefe fast zusammen. Diese Post haben die Karmelitinnen unter dem Namen "Rosenregen" veröffentlicht (7 Bände!).

Während des Ersten Weltkrieges wurde die "Geschichte einer Seele" in 10 Sprachen übersetzt und es gab 16 Neuauflagen.

Die Karmelitinnen haben auch eine Kurzform der "Geschichte einer Seele" mit dem Titel "Die entblätterte Rose" herausgegeben. In dieser Zeit war Theresia "Dienerin des Herrn". Sie hatte noch keinen offiziellen Titel. Die Mundpropadanda funktionierte gut. Man sagte, wenn man zum Grab von Theresia kommt, erhört sie alle Bitten. Die Soldaten kamen an ihr Grab. Sie kamen von verschiedenen Regimentern in das Kloster der Karmelitinnen. Sie haben Holzpflöcke gesetzt, damit die Pilger dort ihre Bitten, ihre Bilder und ihren Dank anheften konnten. Einige stellten auch ihre Fahne auf.

Während des ganzen Krieges wurde das Grab von Theresia zum "Briefkasten des Paradieses".
Für die französischen Frontsoldaten war es unwichtig, ob Theresia schon heiliggesprochen war. Der Seligsprechungsprozess ist 1910 eröffnet worden. Im Jahre 1917 wurde er nach Rom geleitet.
Theresia erzählte ihnen von Gott und vor allem erzählte sie ihnen von dem Wichtigsten: von der Liebe; der Liebe für ihren Nächsten, für ihre Familie, ihre Eltern... und von der Liebe zu Gott. Für sie wurde Theresia zur Schwester, zur Mutter, zur Vertrauten und zur Beschützerin. Sie war nahe bei ihnen. Die Soldaten gaben ihr verschiedene Namen: "die kleine Schwester der Gräben", "die kleine Schwester in den Kämpfen".

Hier finden Sie entsprechende Dokumentationen von Zeitgenossen.