3. Unterrichtsstunde

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Theresia als Missionarin - Reliquienverehrung

Auch während dieser dritten Unterrichtsstunde sitzen die Schüler im Sitzkreis. Jeder Schüler legt seinen mitgebrachten Gegenstand (= HA siehe 2. Stunde) in die Mitte des Kreises und äußert sich in einem Satz zu dem, was er mitgebracht hat.

Alle erkennen, dass man gerne Dinge aufbewahrt, die an jemanden oder etwas erinnern. Und diese Erinnerung tut gut. Schüler "verehren" heutzutage ihr Idol, ihr Vorbild (Popstars, Fußballstars), mit dem sie sich identifizieren wollen. Wenn man ein Erinnerungsstück, quasi ein "Teil" von diesem Menschen besitzt, fühlt man sich noch enger verbunden. Einfache, profane Dinge können als Andenken oder Symbol für das, was uns etwas "bedeutet", einen ideellen Wert erhalten. Diese Wertschätzung wird durch das Präsentieren deutlich gemacht. So könnte es sich hierbei um Autogrammkarten oder Fotos aus Zeitschriften handeln. Erinnerungsstücke an nahe stehende Menschen oder geliebte Haustiere können ebenfalls quasi Reliquienstatus erhalten. Erweitert man wie im allgemeinen Sprachgebrauch die Definition von "Reliquie" zu "persönlich bedeutsames Erinnerungsstück", erweitern sich ebenfalls die Möglichkeiten der individuellen Umsetzung: Auch Dokumentationen eigener Erfolge, Pokale, Urkunden und Andenken an besonders schöne Erlebnisse, Urlaubserinnerungen, Liebesbriefe können es wert sein, wie Reliquien präsentiert zu werden.
Der Lehrer informiert nun die Schüler dahingehend, dass man so ein "Überbleibsel" im weitesten Sinne als "Reliquie" bezeichnet, wobei eine Reliquie im engeren Sinne allerdings ein Gegenstand religiöser Verehrung, besonders ein Körperteil oder Teil des persönlichen Besitzes eines Heiligen ist.

Um den Begriff "Reliquie" näher zu verdeutlichen und einen engeren Bezug zur heiligen Theresia herzustellen, kann man den Schülern ein Arbeitsblatt austeilen oder als Tafelbild auf Folie auf dem Overhead-Projektor oder an der Tafel präsentieren, damit die Schüler es abschreiben können.

Im Anschluss daran zeigt der Lehrer den Schülern auf Folie den Reliquienschrein der heiligen Theresia, so wie er die ganze Welt und jetzt eben Deutschland bereist. Der Lehrer informiert die Schüler über die bisherige Reise dieses Reliquienschreins: Dieser Schrein war schon in ganz Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, in der Schweiz, in Österreich, in Slowenien, Brasilien, Russland, Kasachstan, Argentinien, in den USA, auf den Philippinen, in Taiwan, Hong Kong, in Mexiko, Kanada, Australien, auf Malta, in Spanien, in Afrika und in diesem Jahr kommt Theresia sogar nach Deutschland. Die Schüler sollen nun überlegen, warum man so einen wertvollen Reliquienschrein durch die ganze Welt reisen lässt. Die Schüler vermuten, damit die Menschen Theresia näher kennen, sich mit dem Leben dieser Heiligen näher befassen und ihre Botschaft verstehen lernen sollen.

In einem kurzen Lehrervortrag wird den Schülern Theresias Mission vermittelt:
Theresia hatte schon zu Lebzeiten einen großen Wunsch an Gott. Sie sagte: "Ich möchte die Welt durcheilen, Deinen Namen verkünden und Dein glorreiches Kreuz in den Heidenländern aufpflanzen. Ich möchte Missionarin sein, nicht nur für einige Jahre, und es bleiben bis ans Ende der Zeiten." (Selbstbiographie, S. 198) Theresia lag es am Herzen, dass alle Menschen sie kennen lernen, um so den Weg zu Gott und seiner Liebe zu finden. Sie wollte selbst in die Mission nach Hanoi in Vietnam gehen, wurde aber durch ihre Krankheit daran gehindert. In Bezug auf die Begründung der Mission ging es ihr darum, die Liebe Gottes überall bekannt zu machen. Gott soll von möglichst vielen Menschen geliebt werden; denn Gott ist Liebe und wartet auf unsere Gegenliebe. Die Mission ist auch heute eine wichtige Aufgabe, die es wert ist, den Schülern vermittelt zu werden. Wegen ihrer missionarischen Einstellung hat Papst Pius XI Theresia im Jahre 1927 zur Patronin der Missionare ernannt. Nach dieser Information wäre es wichtig, die Schüler auf das Beten hinzuweisen. Wenn der Reliquienschrein die Welt bereist, wird er verehrt und die Menschen beten zu Theresia. Die Schüler sollen nun versuchen, selbst ein Gebet zu formulieren, das sie mit der kleinen heiligen Theresia verbinden könnte.

Ein letztes Arbeitsblatt dient der Zusammenfassung der drei Unterrichtsstunden über Theresia von Lisieux und soll jedem Schüler ausgehändigt werden. Dieses Arbeitsblatt erinnert noch einmal an die Rosen, die Theresia vom Himmel regnen lässt, an ihre Mission in allen fünf Erdteilen und an ihren kleinen Weg, den sie uns Menschen vorschlägt zu gehen, um zur Liebe Gottes zu gelangen.

Schließlich könnte man, damit Theresia länger im Herzen der Schüler bleiben kann, ihnen eine laminierte Kopie eines Bildes von ihr, auf dem sie 8 Jahre alt ist, sozusagen als "eigene Reliquie" schenken.